Kreisfeuerwehrverband Frankfurt am Main 1869 e.V.

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Raus aus dem Haus für die nächste Bombe

2700 Bewohner im Umkreis von 500 Metern mussten ihre Wohnungen verlassen, damit die Spezialisten des Kampfmittelräumdienstes die 500 Kilogramm schwere Weltkriegsbombe entschärfen konnten, die bei Bauarbeiten auf dem Messegelände entdeckt worden war.

VON SABINE SCHRAMEK


Raus aus dem Haus für die nächste Bombe

Frankfurt Hinter hohen Zäunen verborgen schlummerte die 500 Kilo Weltkriegsbombe tief in der Erde. Ganz in der Nähe der Messehalle 5 wurde sie am Dienstag bei Bauarbeiten entdeckt. Schnell war klar: Das gesamte Gebiet im Umkreis von 500 Metern muss evakuiert werden. Rund 2700 Bewohner und Berufstätige müssen das Gebiet verlassen, damit die Experten des Kampfmittelräumdienstes den Blindgänger entschärfen können. 

Um 8 Uhr morgens fahren am Freitagmorgen die ersten Polizeiwagen die Europaallee entlang. Über Lautsprecher informieren sie über die Entschärfung der Bombe. "Zu Ihrer eigenen Sicherheit verlassen Sie bitte Ihre Wohnungen" schallt es durch die Straßen. Im Einkaufszentrum Skyline Plaza haben alle Läden und Restaurants geschlossen. Nur ein Supermarkt öffnet von 7 Uhr bis 9 Uhr. 

Schon Übung im Evakuieren

Aus Hauseingängen kommen Leute. Ein Pärchen mit einem Weimaraner spaziert die Straße entlang. "Ich wohne seit fünf Jahren hier. Einmal im Jahr wird eine Bombe entschärft und wir werden evakuiert", sagt der Mann lachend. Hündin Grace hat einen Knochen im Maul. "Was wir drei heute machen, wissen wir noch nicht. Immerhin regnet es nicht, da wird uns schon was einfallen."

Hoteliers informieren ihre Gäste über die Sperrung der Gegend. Das Motel One leert sich langsam. Manager Mosamel Dos Santos Hanif lächelt. "Wir hatten heute Nacht 30 bis 35 Gäste. Der Freitag ist ganz gut für die Sperrung, sonst hätten noch mehr Gäste das Haus verlassen müssen", sagt er.

An der Rezeption weist ein Schild auf das gesperrte Gebiet hin. Frühstück wurde bis 8.30 Uhr angeboten. "Die Leute sollen ja nicht hungrig raus", so der Manager, der seinen Gästen hinterhersieht, die ihre Koffer aus dem Gebäude rollen. 

Die Stadtpolizei sperrt Querstraßen mit ihren Streifenwagen ab. Leute, die hinein wollen, werden freundlich gebeten, in die andere Richtung zu gehen. Mit Mundschutz erklären die Ordnungshüter geduldig, in welcher Richtung Straßen abgesperrt werden und in welche Richtung Radfahrer, Fußgänger und Autofahrer sich bewegen können. Eine Stadtpolizistin meint scherzhaft: "Heute sind wir hier als Erklärbar".

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