Kreisfeuerwehrverband Frankfurt am Main 1869 e.V.

„Unser Ziel heißt Innovation!“

Kreisfeuerwehrverband besuchte Bundeshauptstadt Berlin

Gruppenfoto Wehrführerfahrt 2016 BerlinLiebe Kameradinnen und Kameraden,

es waren tolle Tage in Berlin, die von sehr viel Eindrücken, Informationen und auch persönlichen Erlebnissen geprägt waren, so das allgemein sehr positive feedback - kurz gesagt: eine tolle Sache!

Als Anlage das offizielle Gruppenfoto der Verwaltung des Deutschen Bundestages und hier nun der offizielle Besuchsbericht des Fachbereiches PUMA - Text: stellv. FBL Daniel Bader:

Berlin/Frankfurt (db). - Rund 50 Teilnehmer, darunter Wehrführer und ihre Stellvertreter, Kreisausbilder und Vorstandsmitglieder des Keisfeuerwehrverbandes, rund um Stadtbrandinspektor Dirk Rübesamen, folgten vom 21. bis 23. Oktober dem Ruf der beliebten Bundeshauptstadt Berlin.

Als die Frankfurter Delegation in Berlin ankam, wurde sie durch den Ständigen Vertreter des LB FF in der Direktion West Berlin, Manuel Mahnke, auf der „Straße des 17. Juni“ offiziell begrüßt. Mahnke wünschte „viele interessante Gespräche und einen schönen Aufenthalt“.

Anschließend lud die SPD-Bundestagsfraktion zu einem Treffen mit dem Bundestagsabgeordneten Detlev Pilger ein. Pilger ist in Berlin unter anderem mit der Frankfurter Bundestagsabgeordneten Ulli Nissen ständiges Mitglied im „Ausschuss für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit“. Im sogenannten „Turmzimmer“ der SPD-Bundestagsfraktion, in dem gewöhnlich der Fraktionsvorstand tagt, konnte die Besuchergruppe mehr über die politischen Prozesse im Parlament erfahren. Pilger nahm sich die Zeit für die Beantwortung vieler Fragen zur Arbeit im Bundestag, aber auch zu deren gesellschaftlichen Auswirkungen. Nach dem Besuch der Fraktion besichtigten die Frankfurter Brandbekämpfer die Kuppel des Reichstagsgebäudes und genossen die historische Aussicht auf das Berlin von heute aus fast 50 Metern Höhe.

Die Highlights Berlin`s durften im Programm natürlich nicht fehlen: das geschichtsträchtige „Brandenburger Tor“, das bekannte „Hotel Adlon“, das Denkmal für die ermordeten Juden Europas und einige Andere wurden erlaufen. Im „Sony Center“ gab sich noch Tom Cruise die Ehre, gleichwohl sein Erscheinen vermutlich eher mit der Vorstellung seines neuen Filmes zu tun hatte.

Der Höhepunkt des Samstags war der Besuch bei der Berliner Feuerwehr. Genau genommen, durften die Frankfurter Delegation die Feuerwache Charlottenburg Nord besichtigen. Dort stellte der Leiter der BF Wache, Kamerad Braubach, das System der Berliner Feuerwehr vor, das sich trotz einiger Parallelen deutlich vom Frankfurter unterscheidet. Für einen tieferen Einblick in die Freiwillige Feuerwehr in Berlin stand der Wehrleiter der FF Gatow, Kamerad Stefan Langhammer, Rede und Antwort. In Berlin gibt es rund 4000 Berufsfeuerwehrleute (Frankfurt rund 1000) und 1400 Freiwillige Feuerwehrleute (Frankfurt rund 900). Auch in der größten Stadt Deutschlands wäre das Feuerwehrsystem ohne die ehrenamtlichen Brandschützer nicht in der notwendigen hohen Qualität zu erhalten! Dies verbindet -nicht nur Berlin und Frankfurt- sondern alle Städte mit Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr in Deutschland. Diesen Rahmen nutzte der Frankfurter Stadtjugendfeuerwehrwart Daniel De Marco, um den stellvertretenden Wehrführer und ehemaligen Sossenheimer Jugendfeuerwehrwart Christian Kurz mit der silbernen Florian-Medaille der Hessischen Jugendfeuerwehr zu ehren. Nach der Übergabe von „Hessischem Kulturgut“ (Bembel, Geripptes und Äppler) als Gastgeschenk wurde die Leitstelle Berlin besichtigt, die täglich 3000 bis 3500 Notrufe entgegennimmt und aus diesen etwa 1000 Einsätze disponiert. Von diesen 1000 Einsätzen sind rund 900 Rettungsdiensteinsätze! Der Leiter des Lagedienstes gewährte ebenso einen interessanten Einblick in seine Arbeit und zu den Hintergründen des Berliner Einsatzleitdienstes. Ebenfalls auf der Feuerwache Charlottenburg Nord ist der „Technische Dienst 1“ stationiert, zu dessen Fuhrpark u. a. ein „Gerätewagen Wasser“ (für Tauchereinsätze), ein Kranwagen, ein Rüstwagen und diverse Abrollbehälter für die technische Rettung gehören. Diese Sonderfahrzeuge wurden unter sachkundiger Führung eines Berliner Feuerwehrkameraden vom Frankfurter Tross begutachtet.

Am nächsten Besuchstag, Sonntag, konnte sich die Frankfurter Kameradin und Kameraden „fühlbar und betroffen“ ein Bild über ein sehr dunkles Kapitel der neuen deutschen Geschichte machen. In der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen wurden die grausamen Seiten des ehemaligen berüchtigten SED-Regimes „sicht- und nachfühlbar“. Von ehemaligen politischen Gefangenen wurden den Besuchern der Gedenkstätte „anschaulich“ die Methoden des ehemaligen „Stasi-Apparates“ vor Augen geführt. „Das braucht kein Mensch mehr in unserem demokratischen Deutschland und dieses Vorgehen ist immer wieder auf das Schärfste zu verurteilen“, war die einhellige Meinung der teilweise schockierten Frankfurter Teilnehmer.

Mit vielen spannenden Informationen, aber auch lustigen Anekdoten, deutsche Geschichte zum Nachdenken und unzähligen Eindrücken im Gepäck traten die Brandschützer aus der Mainmetropole am Sonntagmittag dann wieder den Heimweg an, voller Dankbarkeit für die Gastfreundschaft der Berliner. Danke!